Politik für den ländlichen Raum gefordert

Manfred Thiele (links) Helmut Dörger (rechts) begleiteten MdB Wilhelm Priesmeier, Jochen Dettmer (NEULAND) und Birgit Honè beim Besuch in Reliehausen.

Die Kandidatin für ein neu zugeschnittenes niedersächsisches Ministerium für Europa, Regionale Entwicklung und Landwirtschaft, Birgit Honè, hat sich in einem Gespräch mit Agrarwissenschaftlern der Göttinger Agrarfakultät über die Schwerpunkte der Agrarforschung informiert. Besonderes Interesse zeigte sie an Forschungsthemen zu tiergerechten Haltungssystemen und an Verbesserungen des Tierschutzes in der Landwirtschaft.

Positiv äußerte sich Honè zu dem von Prof. Achim Spiller vorgestellten Engagement zum Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes. „Ich finde es richtig, den Verbrauchern damit die Chance zu geben, beim Einkauf insbesondere auf die Produkte zurückzugreifen, deren Herstellung vorgegebene Tierschutz-anforderungen erfüllt“, sagte Honè.

 

Auch das von Prof. Matthias Gauly vorgestellte Grünland-Maagement-System zum Erhalt der Biodiversität und des Klimaschutzes stießen bei ihr auf großes Interesse. Die designierte Ministerin im Schattenkabinett von Stephan Weil machte deutlich, dass sie im Falle eines Wahlsieges und der Amtsübernahme für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik stehe. Diese müsse gesellschaftliche Anforderungen aufnehmen und zukunfts- und verbraucherorientiert handeln. Begleitet wurde Birgit Homè vom agrarpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dr. Wilhelm Priesmeier. Beide SPD-Politiker sind sich einig dass zukünftige Förderprogramme danach ausgerichtet werden sollen, dass sie Veränderungen in der Landwirtschaft bewirken. So soll es beispielsweise Fördergelder für neue Stallbauten nur noch dann geben, wenn sie bestimmte Haltungs- und Hygienestandards erfüllen. Priesmeier hält zudem das bisherige System der Prämienzahlung pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche für nicht mehr tragfähig. "Die Zahlungen ohne weitere Leistungen für die Gesellschaft sind nicht mehr zu legitimieren. Stattdessen muss das Geld verstärkt in eine Politik für den gesamten ländlichen Raum fließen." "Eine neue Agrarpolitik muss durch Forschung und Wissenschaft flankiert werden, die in Praxisberatung mündet. Daher spielen Versuchsgüter und als Demonstrationsbetriebe eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft", sagte Birgit Homè weiter. Als Beispiel für eine besonders gutes tiergerechtes Haltungsverfahren nannte sie die Praxis des NEULAND-Verbundes in Niedersachsen.